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Museum für Völkerkunde
Dauerausstellung
– Kulturen der Südsee
Das Museum für Völkerkunde wurde
1884 gegründet. Von 1886 an haben etwa 70 Persönlichkeiten zur Südsee-Sammlung
beigetragen: Viele Dienstgrade der Handelsmarine und der Kaiserlichen
Marine, Vertreter von Handelshäusern, Ärzte, Weltreisende und der
Forschungsreisende Professor Dr. Schultze-Jena.
Die meisten Objekte stammen aus dem
vorigen Jahrhundert, als „Südsee“ noch „Ende der Welt“
bedeutete. 1876/77 dauerte eine Schulschiffreise von Samoa nach Kiel
unter dem Kommando von Admiral Knorr, einem der Begründer unseres
Museums, volle 145 Seetage. Damals befand sich die Südsee noch an der
Wende von der Steinzeit zur
– importierten – Eisenzeit.
Manche der ausgestellten Kunstwerke
wurden noch mit Stein- und Muschelbeilen angefertigt. Dazu gehören auch
die Prunkstücke der Sammlung, die Malanggane aus Neuirland. Es sind
Statuen in komplizierter Durchbruchtechnik und Masken für
Totenfeierlichkeiten.
Aus Neubritannien stammen Schädelmasken,
aus Neuguinea bemalte Schädel, die zum Ahnenkult gehören.
Eindrucksvoll ist ein Zeremonialstuhl
aus Neuguinea.
Dekorativ ist der Schmuck der Papua
aus Geflecht, das mit Schweinehauern, Muscheln und Schnecken besetzt
ist. Solcher mit Hunde-Eckzähnen diente zugleich als Geld.
Von der kleinen Insel Maty nördlich
von Neuguinea brachte Kapitän z. S. Georg Janke 1896 ein
Original-Auslegerboot mit.
Die Admiralitätsinseln sind vertreten
durch ein großes Bootsmodell, das reich mit weißen Eierschnecken
verziert ist, buntbemalte Schnitzereien sowie Dolche und Speere mit
Obsidian- und Rochenstachelspitzen.
Die Mikronesier auf den
Marshall-Inseln waren hervorragende Seeleute. Sie entwickelten eigene
Seekarten, von denen eine gezeigt wird. Von der Kunstfertigkeit ihrer
Frauen zeugen geschmackvoll gemusterte Kleidmatten und Fächer.
Von der Insel Jap stammt Steingeld.
Aus Polynesien ist eine Rarität ein
mit dem Steinbeil angefertigtes Göttersymbol aus Hawaii. Von dort
stammt auch ein Häuptlingsschmuck aus Menschenhaar mit einem
Pottwalzahn-Anhänger, den Prinz Heinrich v. Preußen als 17-jähriger
Seekadett 1879 auf Hawaii erhielt. – Samoa ist u. a. durch Matten- und
Rindenbaststoff-Kleidung vertreten, durch Hausmodelle und Kawaschüsseln
zum Brauen des Nationalgetränkes der Samoaner, der Kawa. – Die
Herstellung und Verwendung von Rindenbaststoff wird anhand von Objekten
und Fotografien ausführlich dokumentiert.
Museum für Völkerkunde der
Universität Kiel
Hegewischstraße 3
24105 Kiel
Telefon (0431) 5974000 und 5974001
Lage: Am Schlossgarten, im Gebäude
des Zoologischen Museums.
Buslinie 22; 32; 33; 61; 62 bis
Schlossgarten.
Gehweg vom Ostseekai 5 Minuten, vom
Alten Markt 10 Minuten.
Parkplatz am Museum.
Geöffnet: Dienstag bis Sonnabend
10.00 bis 17.00 Uhr; Sonntag 10.00 bis 13.00 Uhr, Montag geschlossen.
Eintritt: frei
© Museum für Völkerkunde |